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Wir hätten nie mehr spontan sein können.

Wir hätten nie mehr spontan sein können.

Als Alexander einen größeren Rollstuhl brauchte, war Christina Lang klar: damit würde sie ihren 12-Jährigen Sohn nicht mehr allein ins Auto bekommen. Sein bisheriger Rollstuhl war zwar auch elektrisch, musste aber mit Armschwung angeschoben werden. Dafür fehlte Alexander inzwischen die Kraft. Das neue Gerät ist breiter und schwerer, lässt sich jedoch per Fingerdruck steuern. Der Junge leidet an einer schnell fortschreitenden Muskelschwäche. Festgestellt wurde dies, als er fünf Jahre alt war. Die alleinerziehende Mutter hatte ihren Sohn während einer Blinddarmoperation mit ins Krankenhaus nehmen müssen. Dort wurden bei ihm erhöhte Leberwerte festgestellt. Weitere Untersuchungen brachten ein furchtbares Ergebnis: eine unheilbare Muskeldystrophie vom Typ Duchenne.

Christina Lang arbeitete als Bürokauffrau und hatte gerade ihren Führerschein gemacht. Ohne Zögern steckte sie all ihre Ersparnisse in ein großes Auto – sie wollte beweglich bleiben. Und Alexander sollte immer dabei sein können: ob beim Besuch von Freunden, auf der Fahrt zu Oma und Opa oder auch beim Trip in den Tierpark oder in die Storkower Eisdiele. In den vergangenen Jahren hat Christina Lang viel lernen müssen. Vor allem, wie sie mit dem sich rapide verschlechternden Zustand ihres Sohnes umgeht, wie sie immer wieder neu Hilfe organisiert. Eine normale Grundschule besuchte Alexander nur kurz. Er wurde bald in eine Förderschule umgeschult und lernt seit 2002 in der Oberlin-Schule in Potsdam, einer Spezialeinrichtung für Behinderte mit angeschlossenem Internat. Hier lebt der Junge von Montag bis Freitag. Zum Wochenende bringt ihn ein Fahrdienst zu seiner Familie und holt ihn von dort wieder ab.

Christina Lang, heute 32 Jahre alt, hat es gelernt zu kämpfen. 2005 wurde Schwesterchen Jasmin geboren, ein Wunschkind. Auch sie braucht in den ersten Jahren besondere Betreuung. Ihre Hüfte ist nicht voll entwickelt. Eine häufige Krankheit bei Neugeborenen, die sich durchaus gut behandeln lässt. Die Therapie aber ist aufwändig, das Kind muss über lange Zeit eine Gipsschale tragen und kann keine Kita besuchen. Ihre Arbeit musste Christina Lang unter diesen Umständen erst einmal aufgeben; derzeit lebt die Familie von Hartz IV. Auch wenn man damit keine großen Sprünge machen kann, die alte Wohnung war auf jeden Fall viel zu klein.

Vor allem gab es Probleme mit Alexanders Rollstuhl, den er dort kaum nutzen konnte. Die Alleinerziehende studierte Anzeigen, recherchierte im Internet, hörte sich im Freundeskreis um, besichtigte dutzende von Wohnungen und fand eine, die nahezu perfekt schien: Vier kleine Zimmer, Fußbodenheizung, Parterre. Vor allem aber eine große Terrasse. Der Vermieter würde auch einem behindertengerechten Umbau zustimmen.

Es war nicht einfach, den Umzug bewilligt zu bekommen. Christina Lang hat es dennoch geschafft. Mit Hilfe von Freunden und ihrer Familie verbreiterte sie die Türen, brachte Spezialgriffe an und richtete alles liebevoll ein. Wenn Alexander in seinem Bett liegt, schaut er nun auf einen dunkelblauen Himmel mit Sternen – wie er sich das immer gewünscht hatte. Für Umbau und Einrichtung gingen die letzten Ersparnisse der Mutter drauf. Nun kam der neue schwere Rollstuhl für Alexander. Die Wohnung war darauf vorbereitet – ins Auto aber bekam sie ihn auf keinen Fall ohne Hilfe. Dafür war eine Rampe mit Befestigungssystem im Auto nötig. Kostenpunkt: 1.500 Euro.

Dafür zahlte die Kasse nichts – sie könne ja den Behindertenfahrdienst rufen, wurde beschieden. „Das funktioniert nicht bei einer kurzen Tour in die Eisdiele oder zur Oma. Wir hätten nie mehr spontan sein können.

Und letzten Endes wäre das auch viel teurer geworden!“ Sie fragte beim Amt für Grundsicherung nach, beim Sozialamt, schließlich bei Pro Familia.Von dort ging ihr Antrag an die richtige Adresse – die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“. Seit einigen Wochen gibt es nun die neue Technik und die Familie ist so beweglich wie früher.

Christina Lang, Fürstenwalde, zwei Kinder

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